Ich weiß nicht…

Veröffentlicht: 6. Januar 2014 in Gedanken, Weltuntergang, Zeit
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Da ist der Urlaub auch wieder vorbei. Heute geht es zurück in die Stadt und morgen zur Arbeit. Gestern noch Geburtstag gehabt. Er war nicht so schön, aber auch nicht so schlecht. Trotzdem gerade fühlt sich alles schrecklich an.

Bis zum Urlaub konnte ich mich damit ablenken, dass ich bald Ruhe habe und mich davon ablenken, dass es bei der Arbeit nicht weiter geht. Nun muss es weitergehen und ich habe das Gefühl, dass ich nicht weiß, wie es weiter gehen soll. Ich will nicht wirklich oder zumindest habe ich keinen richtigen Antrieb, es zieht sich schon viel zu lange. Ich kann mich nicht von Wochenende zu Wochenende hangeln, um Entspannung zu finden…

Ich mag meinen Geburtstag nicht, er liegt am Ende allermöglichen Feiertage, wie Weihnachten, Geburtstag meiner Oma, Silvester, all der ganze Kram. Ich hatte mir gewünscht, dass eine Person mir zumindest eine SMS schickt, aber sie hat es leider nicht getan… Nun ist mein Urlaub rum und am Ende kann man sich nicht wirklich freuen, weil am Horizont schon die dunklen Wellen und der Sturm warten. Vlt. zieht er vorbei, aber trotzdem ist man besorgt… Außerdem ist mein Geburtstag gerade kein Grund zum Feiern mehr. War er eigentlich schon lange nicht mehr, aber es wird mit jedem Jahr schlimmer. Ich brauche für alles zu lange, eigenständig leben, einen Menschen haben, der einen liebt, etc. mit jedem Jahr wird es schlimmer und nicht besser…

Ich weiß einfach nicht, was ich gerade habe. Alles fühlt sich so wertlos und taub an. Es scheint nichts zu geben auf das ich hinarbeite. Nur der Tod steht am Ende und dazwischen ist eine leere Ebene, die sich mein Leben nennt.

Mein Opa ist tot

Veröffentlicht: 7. Dezember 2013 in Alte Menschen, Gedanken, Zeit
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Gestern Abend bekam ich den Anruf von meiner Mutter, dass mein Opa gestorben ist. So unsensibel das jetzt klingt, aber fast hätte ich geantwortet: „Und weiter?“, als ob meine Mutter mir etwas total Belangloses erzählt hätte, was ich schon längst wüsste. Stattdessen musste ich mir überlegen, wie man normalerweise antworten würde, wenn man so eine Nachricht bekommt.

Nach ein paar knappen Sätzen legte ich auf und schaute weiter einen Film. Währenddessen war ich eigentlich die ganze Zeit am Überlegen, warum ich keine Trauer fühlte. Vlt. weil es mich keinen Moment wirklich überrascht hatte, dass er gestorben ist… Vlt. auch weil schon seit geraumer Zeit Teile von ihm gestorben waren…

Um das alles zu erklären muss ich einmal 10 Jahre und mehr zurück. Als ich klein war, hat mich mein Opa immer angespornt, wollte mit mir immer Radfahren „einmal um die Tannen“. Ein Weg der weitestgehend durch Nadelwald führte. Auch zum Fussball brachte er mich. Er wollte, dass ich gut in der Schule bin und brachte mir seine Briefmarkensammlung näher, auch wenn ich davon eher wenig begeistert war. Er hatte viele Bücher, vor allem über Ostpreußen. Irgendwann war er geflohen, aber wie und von wo, darüber habe ich damals nicht mit ihm geredet. Warum? Als Kind/Jugendlicher hat mich das Thema nicht wirklich interessiert. Früher war er noch ehrgeizig, er war einer der ersten mit einem Computer in meinem Bekanntenkreis, aus diesem Grund könnte man sagen, dass er damals den Weg gelegt hat, warum ich Informatiker werden wollte. Ich glaube, dass ich ihm dafür am meisten Danken muss.

Und dann? Ich weiß es nicht, aber irgendwas geschah und er ließ nach. Stück für Stück in den letzten 10 Jahren ging ein Teil von ihm verloren. Er hörte auf sich für Computer zu interessieren, ging immer weniger Spazieren und Rad fahren. Sein wacher Geist schien sich auch zu verändern. Einst wäre er noch gegen jeden gegenan gegangen, der etwas tat, was ihm nicht passte. Doch irgendwann saß er immer mehr nur noch vorm Fernseher und fing an Soaps zu gucken, die er früher verabscheute und als lächerlich empfunden hatte.

Und die letzten 1-2 Jahre war er kaum noch der Alte. Er hatte Probleme sich um sich selbst zu kümmern und meine Oma musste immer mehr für ihn erledigen. Wenn wir mal mit der Familie Essen waren, dann merkte man, dass er sehr fusslahm war und auch beim Essen fiel es ihm schwer sich nicht zu bekleckern. Irgendwann wollte er nicht mehr mit zum Essen, weil es ihm unangenehm war.

Nun, damit wären wir bei der vorigen Woche als ich am WE nach Hause fuhr. Mein Opa kam nur noch kaum aus dem Bett und er wurde immer schwächer. An dem Samstag mussten meine Eltern sogar zu meiner Oma fahren, da mein Opa auf der Treppe nicht mehr stehen konnte und nun hilflos da lag. Sie mussten ihn mit vereinten Kräften ins Bett zehren. Am Sonntag gab es dann Essen bei meiner Oma. Mein Opa war im Bett geblieben und als ich hoch kam, sah ich in das Gesicht eines Toten. Schon davor hatte ich mit meinen Brüdern diskutiert, ob mein Opa nur so tut, um sich bedienen zu lassen, aber aufgrund seines Alters und dem kontinuierlichen Abbau über die letzten 10 Jahre war ich mir sicher, dass es daran nicht lag. Als ich sein Gesicht sah, war ich sicher, dass ich recht hatte. Irgendwie hatte ich ihn so nie gesehen, so alt und schwach. Ich denke, manchmal kann man sehen, wenn es zu Ende geht. Keine Ahnung, ob alle das gesehen haben oder nur ich. Mein Opa und ich wechselten ein paar Worte und dann ging ich. Hätte ich etwas Besseres sagen sollen, als „Mir geht es gut“ und „Du wirst schon wieder gesund“? Spontan würde mir nichts einfallen, was besser wäre und es fühlt sich so gerade richtig an.

Als meine Mutter dann gestern Abend anrief, da wusste ich, dass etwas nicht stimmt, weil sie nie Freitags Abends anruft. Bevor ich abnahm dachte ich noch, dass es was mit meinem Opa zu tun haben muss.

Tja und nun sitze ich hier. Ich wollte schon gestern diesen Artikel schreiben, aber ich dachte es ist zu früh, vlt. trauere ich ja doch noch. Aber heute sitze ich erneut da und frage mich, warum ich nicht den Tränen nahe bin… Etvl. kommt das immernoch, aber vlt. ist es für meinen Opa so besser. Er wollte nie ins Heim, aber in seinem letzten Zustand hätte die Belastung für meine Oma ihn zu pflegen sie an die Grenzen des Möglichen getrieben. Bin ich kaltherzig? Nein, ich habe schon genug Tränen wegen anderer Sachen vergossen, aber das hier erscheint richtig. Wenn es sowas wie einen richtigen Zeitpunkt für den Tod gäbe, dann wäre das hier schon nahe dran. Ich hatte viel Zeit mit meinem Opa, ich hatte Zeit mich darauf einzustellen, ich weiß, dass es nicht besser geworden wäre und ich konnte nochmal mit ihm reden.

Gerade frage ich mich, wie der Rest meiner Familie damit umgeht… Ich hoffe, dass mein Opa in Frieden ruht.

Zwei Monate…

Veröffentlicht: 3. November 2013 in Gedanken, Zeit

Ich bin erschrocken, als ich das Datum meines letzten Beitrags sah… Ein ganzer Monat?!? Ich weiß nicht, wie das passieren konnte. Es ist so als hätte ich gar keine Zeit mehr. Es passiert so viel und doch passiert nichts. Ja, ich habe im letzten Monat Dinge getan, aber jetzt wüsste ich nicht mehr was. Alles ist so belanglos geworden, wahre Freizeit habe ich gefühlt nur am Wochenende und dann ist es auch schon wieder vorbei. Es fühlt sich einsam an. Nicht nur das ich gefühlt mehr Zeit mit der Arbeit als mit der Freizeit verbringe, auch die kann ich immer schlechter nutzen. Wenn ich fertig bin, dann muss ich für mich alleine sein und so wird alles noch einsamer. Das Bett ist in letzter Zeit der entspannteste Ort und der Moment vorm Einschlafen der Ruhigste, aber das ist gerade immer besonders schnell vorbei…

Geht das alles so weiter?

Ein Monat…

Veröffentlicht: 7. Oktober 2013 in Gedanken, Geld, Zeit

Ich weiß, ich jammere immer über die Zeit, aber wie ist denn nun ein Monat vergangen? Ich weiß es nicht. Mit einem Beruf vergeht die Zeit unendlich schnell, aber im Prinzip schrumpft die Woche auf fünf Abende und zwei Tage zusammen. Das ist schon ziemlich wenig und davor hatte man auch schon „keine Zeit“… Eigentlich lachhaft, wenn ich darüber nachdenke, wie viel Zeit ich wirklich hatte im Vergleich zu jetzt.

Also ist arbeiten doof? Nein, das Geld und die Aufgabe sind schon verlockend, aber gerade jetzt merkt man wieder, dass eigentlich kaum einer da ist, zumindest von den Leuten, die ich gerne bei mir wüsste. Ja, ich bin auch selber Schuld, weil ich am Abend dann doch mal meine Ruhe haben will… Aber insgesamt ist das Leben jetzt noch einsamer als es vorher schon war…

Eine Woche…

Veröffentlicht: 9. September 2013 in Gedanken, Zeit
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… rum.

Irgendwie fühlt es sich komisch an. Zum einen nimmt die Arbeit ziemlich viel mehr Zeit von meinem Leben, als ich nie gedacht hätte. Außerdem bin ich jetzt auch schon ziemlich viel Geld losgeworden. Eigentlich weiß ich gerade nicht, wo ich stehe. Es fühlt sich alles so surreal an. Das Wochenende ist viel zu schnell vorbei. Für die Sachen, die ich vorher Zeit hatte, habe ich gefühlt gar keine. Es ist aber nicht so, dass ich mich ärgere, auch dafür ist irgendwie keine Zeit. Die letzte Woche war ein ständiger Fluss. Irgendwie steht nichts in der Zukunft an dem ich mich festhalte, also werde ich dahin gespült…

Es ist ganz schwer zu beschreiben, aber ich habe noch nie so gefühlt, dass die Zeit vergeht und ich habe noch nie so wenig gewusst, wo ich gerade bin… Zuhause? Oder doch woanders?

Es fühlt sich an als hätte ich das Ruder verlassen, während das Boot auf den Stromschnellen eines Flusses hinab gleitet, um am Bug zu stehen und ins Wasser zu starren, nicht an die Konsequenzen denken, weil sie mir nicht wichtig sind.

Ganz komisch, ja, irgendwie ganz komisch…

Erster Arbeitstags

Veröffentlicht: 2. September 2013 in Freude
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Puh, was soll ich sagen, um 9 Uhr da, Büro und Laptop bekommen, alles mögliche eingerichtet und schon war es 19 Uhr als ich wieder zuhause war. Aber war es anstrengend? Bis jetzt nicht, viel Input, aber ansonsten ziemlich entspannt.

Mal sehen, was die nächsten Tage so bringen.

Mit einem Bein im anderen Zimmer angekommen…

Veröffentlicht: 22. August 2013 in Gedanken
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Seit Samstag woanders leben. Ist es so gut, wie ich erwartet habe? Es ist gut. Ist es so perfekt, wie ich es erwartet habe? Nein, aber was habe ich erwartet, wenn alles wie im Traum wäre, müsste etwas nicht stimmen, vlt. würde ich wirklich träumen.

Also was ist es nun… hm… schwer zu sagen mein Zimmer gefällt mir gerade sehr, auch wenn nochmal der Maler kommen muss, aber ansonsten ist es perfekt. Schon wieder dieses Wort, ok, es ist definitiv gut, Verbesserungen möglich, aber das kann noch später kommen.

Wie gut klappt die Gemeinschaft? Huff… ich würde auch sagen gut, Kleinigkeiten an die man sich gewöhnen muss, aber noch kein Krisenherd entdeckt. Auf so kurze Zeit ne großartige Beziehung aufzubauen, ist vermutlich auch schwer, dafür braucht man Zeit und momentan läuft es wie gesagt ganz ordentlich.

Also doch alles Perfekt?!? Nein, ein bisschen was, will ich schon ändern, aber erst mit der Zeit. Wenn alles rund läuft und das tut es momentan, bin ich übernächste Woche am Arbeiten und dann kann ich eigentlich erst genauer sagen, wie sich das neue Leben mit geregelten Ablauf hier anfühlt.